Herzmuskelentzündung

Die Entzündung des Herzmuskels (Myokarditis) ist eine nicht seltene Erkrankung, die im Rahmen eines viralen oder bakteriellen Infekts, aber auch als Herzmuskelbeteiligung bei Erkrankungen des rheumatischen Formenkreises auftreten kann. Die meisten Herzmuskelentzündungen weisen unter Behandlung einen komplikationslosen Verlauf auf und heilen folgenlos aus.

Einige Fälle zeigen jedoch einen schweren oder chronischen Verlauf. Im Akutfall können lebensbedrohliche Herzrhythmusstörungen auftreten. Chronische Verläufe neigen zu einer Narbenbildung unterschiedlichen Ausmaßes. Dies kann zu einer Herzmuskelschwäche und letztendlich zum Herzversagen führen.

Die Behandlung von Herzmuskelentzündungen erfordert strikte körperliche Schonung. Belastungen können den Verlauf ungünstig beeinflussen oder zum plötzlichen Herztod führen. Unerkannte Herzmuskelentzündungen sind eine der häufigsten Todesursachen bei Sportlern.

Die Diagnose einer Myokarditis ist schwierig und war bisher nur bei schweren Verlaufsformen einigermaßen zuverlässig möglich. Zur Sicherung des Verdachts wird in solchen Fällen eine Herzkatheteruntersuchung mit Gewebeentnahme aus dem Herzmuskel durchgeführt. Diese Untersuchung ist einerseits mit einem hohen Risiko behaftet, andererseits nicht sehr genau, denn die Gewebeentnahme erfolgt aus kleinen Bereichen des Herzens, die von der Entzündung nicht unbedingt betroffen sein müssen. Andere Diagnoseverfahren wie Blutuntersuchungen, Herzstromkurve (EKG) und Herzultraschall (Echokardiographie) zeigen bei der Myokarditis uncharakteristische Veränderungen, die auch bei einer Fülle anderer Erkrankungen auftreten.

Die Herz-MRT bietet hier neuerdings ein treffsicheres Verfahren zur Diagnostik der Myokarditis, denn sie kann Gewebeeigenschaften des Herzmuskels bildlich darstellen. Zusätzlich zur Information über Anatomie und Funktion des Herzens können nämlich auch typische Merkmale einer Entzündung direkt abgebildet werden. Dazu gehören ein erhöhter Gehalt an Gewebsflüssigkeit, eine vermehrte Ruhedurchblutung und Gefäßdurchlässigkeit wie auch der Untergang von Muskelzellen und ihr Ersatz durch kleine Inseln von Narbengewebe. Durch das Zusammenfügen dieser Informationen kann die Diagnose einer Entzündung gestellt und zugleich der Schweregrad und das Stadium beurteilt werden. Da es sich bei Beachtung aller Sicherheitsvorkehrungen bei der MRT um ein unschädliches Untersuchungsverfahren handelt, kann die Methode auch zur Verlaufskontrolle von Herzmuskelentzündungen herangezogen werden.

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