Koronare Herzkrankheit
Diagnoseverfahren bei der koronaren Herzkrankheit
Durchblutungsstörungen des Herzens durch Einengungen der Herzkranzgefäße (koronare Herzkrankheit) sind die häufigste Todesursache in Deutschland. Die fehlende Blutversorgung des Herzmuskels durch einen Gefäßverschluss führt bei einem Herzinfarkt nicht nur zu einem Verlust der Pumpfunktion im betroffenen Areal sondern oft auch zu schwerwiegenden Herzrhythmusstörungen und damit zum plötzlichen Herztod.
Zur Diagnostik und Therapie der koronaren Herzkrankheit wurden im Jahr 2002 in Deutschland 650.000 Röntgenuntersuchungen der Herzkranzgefäße (Herzkatheteruntersuchungen) durchgeführt. Die Rate an ernsthaften Komplikationen betrug dabei 1,5%, bei einem von 1000 Patienten nahm die Untersuchung einen tödlichen Ausgang. Etwa die Hälfte der o.g. Patienten, also etwa 325.000 im Jahr, zeigten bei der Herzkatheteruntersuchung keinen behandlungsbedürftigen Befund an den Herzkranzgefäßen.
Folglich besteht dringender Bedarf an einem Verfahren, das einerseits geeignet ist, Durchblutungsstörungen im Herzmuskel zuverlässig auszuschließen und andererseits die Patienten keinem unnötigen Risiko aussetzt. Für die gebräuchlichen Untersuchungsmethoden in der Diagnostik von Herzdurchblutungsstörungen wie Belastungs-EKG, Stressechokardiographie und Herzszintigraphie (SPECT) gelten gewisse Einschränkungen:
Das Belastungs-EKG ist unempfindlich im Nachweis und in zahlreichen Situationen nicht durchführbar. Mit der Echokardiographie können einige Herzregionen nicht eingesehen werden. Abgelaufene Herzinfarkte sind nur indirekt anhand einer gestörten Bewegung des Herzmuskels erkennbar. Bei einigen Patienten bestehen ungünstige Untersuchungsbedingungen für den Ultraschall.
Die nuklearmedizinischen Verfahren (Szintigraphie und SPECT) erfordern den Einsatz radioaktiver Substanzen und besitzen eine geringe räumliche Auflösung, was insbesondere den Nachweis von Durchblutungsstörungen oder Narben erschwert, die nicht den gesamten Wanddurchmesser des Herzens betreffen.
Vorteile der MRT bei der koronaren Herzkrankheit
Mit der Herz-MRT kann sowohl die Herzfunktion als auch die Durchblutung in Ruhe und unter Belastung beurteilt werden. Im Mittelpunkt steht dabei die MRT-Stressuntersuchung Darüber hinaus gibt es kein anderes Verfahren, das Narben im Herzmuskel mit so hoher Empfindlichkeit direkt zeigen kann. Ein Herzinfarkt kann durch die MRT zuverlässig nachgewiesen und in der Ausdehnung beurteilt werden, unabhängig davon, wann das Ereignis stattgefunden hat.
Aufgrund der wissenschaftlich nachgewiesenen höheren Treffsicherheit im Nachweis von Herzwandnarben und Durchblutungsstörungen besitzt die Herz-MRT einschließlich der Stressuntersuchung im Vergleich zu den oben genannten Nachweismethoden einen diagnostischen Vorteil und kann anstelle dieser Verfahren eingesetzt werden. In den meisten Fällen liefert sie auch dann noch verwertbare Ergebnisse, wenn die vorgenannten Untersuchungen keine Aussage gestatten. Mit der MRT-Stressuntersuchung lässt sich genauer vorhersagen, ob ein Eingriff an den Herzkranzgefäßen und somit eine Herzkatheteruntersuchung notwendig wird oder nicht.
Die MRT verursacht keine Strahlenbelastung und eignet sich deshalb auch zur Therapie- und Verlaufskontrolle der koronaren Herzkrankheit. Einschränkungen in der Anwendung sind selten und betreffen insbesondere Herzschrittmacherträger.
